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29.11.2012, 20:53 Uhr
Größter Solarpark Südniedersachsens am Netz
3U Holding investiert 25 Mio. Euro
Sunny Hill („Sonniger Hügel“): Diesen Spitznamen haben die Adelebser Südniedersachsens größtem Solarpark gegeben. Als das Bürgermeisterin Dinah Stollwerck-Bauer (CDU) gestern bei der Eröffnung berichtete, mochte das keiner so recht glauben. Der Himmel war grau verhangen. Kurz zuvor hatte es geregnet. Rainy Lake („Verregneter See“) sei wohl passender, meinte Eon-Mitte-Vorstand Thomas Weber. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.
Die 44 1000 Solarmodule haben eine Leistung von insgesamt 10,1 Megawatt: offizielle Eröffnung mit Politikern. © Heller

Adelebsen. 25 Millionen Euro hat die Marburger 3U Holding auf dem ehemaligen Gelände des Sägewerks Klausner investiert. Das meiste Geld verschlangen die Wechselrichter und die 44 100 Solar-Module, berichtete Projektleiter Thomas Heinrich. Gut drei Millionen Euro seien an Handwerker der Region geflossen. Mehr als 30 Ingenieure hätten sich an den Planungen beteiligt. Er dankte dem Gemeinderat und dem Landkreis, dass Politik und Verwaltung in kürzester Zeit die rechtlichen Voraussetzungen für die Anlage geschaffen hätten.

Heinrich, der in  Dransfeld wohnt, war bei einem Zahnarztbesuch in Adelebsen im November 2011 auf das Gelände aufmerksam geworden. Dann ging es Schlag auf Schlag, Klausner räumte das Grundstück. Im März fand der erste Spatenstich statt. Gestern, ein Jahr später, war die offizielle Eröffnung.

Ein großer Arbeitgeber, so die Bürgermeisterin, wäre der Gemeinde lieber gewesen. Andererseits wollte die Politik auch keine Industrieruine. So kam die 3U Holding zum Zug. Sie beschäftigt bisher einen Mitarbeiter auf dem 26 Hektar großen Gelände. Verhandlungen mit potenziellen Mietern der 28 000 Quadratmeter Lager- und Gewerbeflächen laufen. Ein großer Logistiker, der auch den Gleisanschluss nutzt, wäre der Holding am liebsten.

Um den eingespeisten Strom des Solarparks weiterleiten zu können, hat die Eon Mitte für 1,2 Millionen Euro eine 15 Kilometer lange Mittelspannungsleitung gelegt. Sie führt von der Schaltstation in Adelebsen über die Ortschaften Lödingsen und Asche nach Hardegsen. Die Leitung, die den Strom in beide Richtungen leiten kann, verbessert die Versorgungsstruktur der Region insgesamt.

Von Michael Caspar